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Problempflanzen

 

Ambrosie und Riesenbärenklau gehören nicht in die Tonne

Eine Information des AWB (Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises)
Riesenbärenklau (Herkulesstaude)

Eine Information des AWB (Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises)

Hinweise zum Umgang und zur Entsorgung der allergenen Pflanzen - Vorsicht Hautirritationen

Ihr Name lässt nichts Böses vermuten: die Ambrosie. Der Riesenbärenklau könnte schon auf etwas Gefährliches hineindeuten. Beides sind Pflanzen, die Allergien hervorrufen.

Die Pollen der Ambrosie verursachen schon in kleinen Mengen starke gesundheitliche Beschwerden. Neben den Heuschnupfen-Geplagten reagieren auch Menschen, die bislang von Allergien verschont geblieben sind. Die feinen Härchen der Pflanzenstiele führen bei Kontakt zu Hautirritationen und Ausschlägen

Der Riesenbärenklau, der auch Herkulesstaude (Heracleum mategazzianum) genannt wird, sondert einen Saft ab, der Hautreizungen auslösen kann. Mögliche Folgen sind Juckreiz, Rötung, Schwellung und Blasenbildung auf der Haut. Die Veränderungen können wie Verbrennungen ersten bis zweiten Grades aussehen. Die Haut ist dann besonders sensibel für Sonnenstrahlen. Erst nach ein bis zwei Wochen heilt die Haut, und es können Narben zurückbleiben.
Die Ambrosie stammt aus Nordamerika und hat sich in den vergangenen Jahren mit den warmen Klima im Herbst in weiten Teilen Europas ausgebreitet. Auch im Wetteraukreis ist sie mittlerweile präsent. Am weitesten in Deutschland verbreitet ist die Beifuß-Ambrosie (Ambrosie artemisiifolia), häufig auch „Aufrechtes Traubenkraut“ genannt. Der Samen wurde unter anderem mit Ambrosie verunreinigtes Futter für Wildvögel eingeschleppt.
Die buschig verzweigte Ambrosie sieht dem Beifuß sehr ähnlich und wird leicht mit ihm verwechselt. Eindeutig zu erkennen ist sie jedoch an den abstehend behaarten Stängeln und den traubigen Blütenständen. Die bis zu 1,50 Meter große einjährige Pflanze wächst vor allem auf Brachflächen und an Straßenrändern, doch auch in Wohngebieten und privaten Gärten ist sie weit verbreitet.
Der Riesenbärenklau erreicht eine stattliche Höhe von bis zu fünf Metern. Die im Juni und Juli großen, weiß blühenden Dolden – mit 30 bis 50 cm Durchmesser - lassen ihn dekorativ aussehen. Deshalb wurde diese eigentlich im Kaukasus beheimatet Pflanze nach Europa eingeführt. Oft wird er mit dem einheimischen Wiesen-Bärenklau verwechselt, der aber keine pupurfarbenen Flecken am Stängel hat. Zu finden ist der Riesenbärenklau an Wegesrändern, Waldrändern und Fließgewässer.

Wird Ambrosie und Riesenbärenklau im Garten gefunden, sollten Gartenbesitzern die Pflanzen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung mit Wurzeln herausziehen. „Entfernen Sie Ambrosie und Riesenbärenklau nur mit Garten- und Arbeitshandschuhen und vollständiger Bekleidung, um den hautreizenden Kontakt mit den Härchen bzw. dem Pflanzensaft zu vermeiden“, rät Uwe Schmittberger vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises den Bürgern. Das Gesundheitsamt des Wetteraukreises gibt noch weitere Hinweise. So sollte das Ausreißen der Pflanzen bevorzugt am Nachmittag erfolgen, da die Pollen hauptsächlich in den Vormittagstunden freigesetzt werden. Das Entfernen des Riesenbärenklaus ist bei bedecktem Himmel oder in den Abendstunden zu empfehlen. Bei der Entfernung blühender Ambrosie empfiehlt das Amt, zusätzlich eine Feinstaubmaske zum Schutz der Atemwege und einen Arbeitskittel zu tragen. Nach Beendigung der Arbeiten sollte Kleidung mit der Außenseite nach innen zusammengrollt in die Wäsche gegeben werden. Danach sollte geduscht und Haare gewaschen werden: Allergiker sollten diese Arbeiten jedoch auf keinen Fall selbst ausführen. Kommt es trotzdem zur Berührung von Pflanzenteilen, ist die Hautfläche sofort gründlich mit Wasser abzuwaschen und unmittelbarer Sonnenkontakt zu vermeiden. Vor der Bekämpfung größerer blühender Bestände sollte fachlicher Rat eingeholt werden.

Die beiden Pflanzarten sollen mit reißfesten und stabilen Plastiksack überstülpt und dann herausgezogen werden. Beim Riesenbärenklau reicht es aus, den Stängel kurz über dem Boden abzusägen und den oberen Teil der Wurzel mit einem tiefen Spatenstich auszugraben. „Auf jede Fälle sollte der Standort beobachtet werden, um mögliche neue Keimlinge oder Austriebe frühzeitig zu bekämpfen“, so Schmittberger. Die luftdicht verschlossenen Säcke können dann beim Entsorgungszentrum Wetterau in Echzell/ Grund-Schwalheim, Ortsstraße 10, direkt und getrennt von anderen Abfallarten abgegeben werden. Die Gebühren belaufen sich auf 0,20 € pro Kilogramm. Vor Ort steht ein separater Container zur Sammlung. Die Ambrosie und der Riesenbärenklau werden anschließend zu einer Müllverbrennungsanlage gefahren.

In die Bio- oder Restmülltonne gehören die allergenen Pflanzen im Wetteraukreis nicht. In der kreiseigenen Kompostierungsanlage und der Restabfallbehandlungsanlage ist die Gesundheitsgefahr der Mitarbeiter zu groß, da dort die Säcke mechanisch aufgerissen werden. Die Abfallberatung des Abfallwirtschaftsbetriebes gibt am Infotelefon unter 0 60 31/ 90 66-11 oder per E-Mail weitere Auskunft zur Entsorgung.

Größere Bestände und Vorkommen außerhalb von Gärten von Ambrosie im Wetteraukreis sind auf postalischem Weg an die vom Hessischen Umweltministerium beauftragte Projektgruppe Biodiversität, Hinter’m Alten Ort 9, 61169 Friedberg oder über E-Mail und Fax unter 07 21/ 15 1234 886. Ein Meldeformular ist im Internet unter www.ambrosiainfo.de zu finden. Hierbei sind Fundort, Wuchssituation (beispielsweise Wegrand), Größe der Bestände und Einschleppwege (zum Beispiel Vogelfutter) möglichst mit Foto des Vorkommens anzugeben.

Wird Riesenbärenklau außerhalb des Gartens gesichtet, können die Bauhöfe der jeweiligen Stadt oder Gemeinde informiert werden oder Informationen zum Standort per E-Mail an die Wetterauer Naturschutzbehörde gesendet werden.